"Mensch oder Maschine – Wer prägt die Zukunft der Rechtsanwendung?" So lautete das Motto des 30. Deutschen EDV-Gerichtstags, der ebenso wie im vergangenen Jahr als digitale Veranstaltung stattfand. Vom 22. bis 24. September trafen Rechtswissenschaftler, Informatiker sowie Fachleute aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung zusammen und tauschten sich über Künstliche Intelligenz in der Justiz aus. Parallel zum Veranstaltungsprogramm gab das Institut für Rechtsinformatik Einblick in aktuelle Forschungsprojekte.

In elf Arbeitskreisen, zahlreichen Diskussionen, Workshops und Vorträgen ging es um elektronische Postfächer, E‑Justice in Europa, IT-Sicherheit bei Gerichten, Videoverhandlungen in Gerichtsverfahren, Legal Tech in der Anwaltschaft und weiteren Themen rund um die Digitalisierung in der Justiz. Professor Dr. Georg Borges moderierte die Arbeitskreise “Videoverhandlung – Mündliche Verhandlung per Videokonferenz“ und „European Work on E‑Justice“. Professor Dr. Christoph Sorge war Moderator der Arbeitskreise „Der Zivilprozess der Zukunft“, „Die Einführung der elektronischen Akte aus Sicht der Rechtswissenschaft und der gerichtlichen Praxis“ sowie zwei Veranstaltungen zur IT-Sicherheit.

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums gaben die „Gründerväter“ des EDV-Gerichtstages persönliche Einblicke in die Historie: Professor Helmut Rüßmann sprach in einem Vortrag über „Großes entsteht aus Kleinem – zu den Wurzeln und Anfängen des Deutschen EDV-Gerichtstages“ und Professor Maximilian Herberger, erster und langjähriger Vorstandsvorsitzender sowie heute Ehrenvorsitzender des EDV-Gerichtstages, forderte auf: "Juristen und Informatiker müssen Freunde werden".

Das Institut für Rechtsinformatik nutzte die digitale Veranstaltungsform, parallel zum offiziellen Programm in einem eigenen virtuellen Meetingraum die Arbeit am Institut vorzustellen. Wissenschaftliche sowie weitere Mitarbeiter präsentierten ihre Forschung in Projekten und gestalteten damit einen abwechslungsreichen wie informativen Veranstaltungstag. Es referierten Katharina Feichtner zum Projekt KITT, Sven Hilpisch, Adrian Kreutzer und Robert Hoffmann über ExamAI, Marc A. Ostoja-Starzewski über Recht-Testbed Industrie 4.0 und Puria Sheikhipour zu den Projekten KI Wissen und INITIATIVE. Professor Borges übernahm das Projekt Explainable Intelligent Systems (EIS). Darüber hinaus gab Dr. Adriana Pavić Einblicke in die unterschiedlichen Ausbildungsmöglichkeiten des Instituts. Neben dem Zertifikat „IT-Recht und Rechtsinformatik“ informierte sie über den LL.M. Studiengang „IT und Recht“. Jun. Prof. Dominik Brodowski erläuterte die „Montagspost“ und Oliver Kessler erklärte, was das Juristisches Internetprojekt Saarbrücken (JIPS) leistet.

Auch der Lehrstuhl von Professor Sorge beteiligte sich am Programm: Ajla Hajric referierte zum Thema "WearPrivate" und Alessia Zornetta über "AI-based detection of terrorist content". Clemens Jaaks präsentierte das Projekt A-DigiKomp und Andreas Rebmann eGov-Campus.

Der Tag endete mit einer Präsentation des Projekts „Visuelle Kommunikation in der juristischen Lehre“, das Professor Borges zusammen mit dem Grafiker Peter Esser, durchführt, der große Erfahrung in der Durchführung von Awareness-Kampagnen durch Cartoons und Animationen hat. Esser zeigte, wie die Vorlesungsunterlagen durch witzige gezeichnete Karikaturen oder Sketche aufgefrischt werden können, um das Leben der jungen Juristen „ein bisschen leichter“ zu machen. Esser visualisierte beispielsweise Begriffe wie „Willenserklärung“ oder „Absolutes Recht“ auf witzige Art und Weise, so dass es zukünftigen Studierenden sicherlich leichtfallen wird, sich Rechtsbegriffe einzuprägen. Durch den „internen“ Tag führte Instituts-Geschäftsführer Nikolas Hamm als Moderator.

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