Das Institut für Rechtsinformatik konnte nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause endlich wieder die beliebte Summer School IT Law and Legal Informatics veranstalten. Zum international aufgestellten Referenten-Team kamen Rechtsexperten aus Kanada und Japan, die Teilnehmer reisten aus Südafrika, Ägypten und Georgien an. Professor Dr. Georg Borges und Professor Dr. Christoph Sorge blicken zufrieden auf zwei Wochen hochspannendes Programm rund um die Rechtsinformatik.

Vom 8. bis 19. August haben rund 20 Nachwuchswissenschaftler an der Summer School im Graduate Center der Saarbrücker Uni teilgenommen. Darüber hinaus durften Gäste und Mitarbeiter der Uni-eigenen Lehrstühle ebenfalls ausgewählte Workshops besuchen. Neun hochkarätige Referenten füllten zwei spannende und informative Wochen mit der Vorstellung aktueller Projekte und neuer Entwicklungen an der Schnittstelle von Rechtswissenschaften und Informatik.

Professor Erich Schweighofer war wieder zu Gast und integrierte die Nachwuchswissenschaftler in seine Gedanken rund um das Thema „Data and the Law“. Professor Randy Goebel von der Universität Alberta, Kanada, erklärt, dass all die Forschungen auf dem Gebiet des IT-Rechts und der Rechtsinformatik nicht dazu dienen, Rechtswissenschaftler zu ersetzen. Aber: Wenn sie nicht mitmachen und die Entwicklungen aufnehmen, könnte es doch problematisch für sie werden, ihre Arbeit zeitgemäß auszuführen.

Institutsdirektor Professor Borges widmete sich unter anderem dem Thema Diskriminierung durch künstliche Intelligenz. In seinem Vortrag ging er zunächst der Frage nach, was Diskriminierung überhaupt bedeutet. Im Zusammenhang mit dem Thema Angst vor KI werden viele Debatten geführt. Er fragt: Was ist fair, was nicht? Und hält fest: Für Rechtswissenschaftler bildet Fairness keine Kategorie. Rechtswissenschaftler urteilen auf Basis gesetzlicher Grundlagen.

Weitere Vorträge hielten Professor Dr. Raja Chatila, Professor Dr. Juliano Maranhão, Professor Dr. Dominik Brodowski, Professor Dr. Kai Rannenberg und Professor Dr. Christoph Sorge.

Was ist Wissen, was sind Daten? Wie erfährt die KI, wenn ich meine Gewohnheiten ändere? Die Experten teilten nicht nur ihr Wissen, sondern konfrontierten die Teilnehmenden mit Fragen, Gedanken und Beispielen. Da wurden Gedankenspiele vorgeschlagen und Situationen aus allen Perspektiven betrachtet. So ergaben sich oft angeregte Diskussionen mit interessanten Anmerkungen und neuartigen Gedankengängen und Fragestellungen. So wurden verschiedene Aspekte nicht nur aus rechtlicher Perspektive, sondern auch aus psychologischer und philosophischer beleuchtet wurden.

Um weitere Teilnehmer am Programm teilhaben zu lassen, organisierte das Institut für Rechtsinformatik einen Workshop, der auch per Video-Übertragung stattgefunden hat. Somit konnten auch diejenigen teilnehmen, die beispielsweise wegen Problemen bei der Visa-Beschaffung ihre Teilnahme vor Ort absagen mussten. Der Workshop mit dem Titel „Legal Informatics“ behandelte Themen wie die Automatisierung juristischer Argumentation und die Herausforderungen, die diese stellt sowie die Unterstützung juristischer Entscheidungsfindung durch KI und juristische Recherchetools.

Legal Tech Tools wie beispielsweise „Kira System“ oder „Lex Machina“ stellte Professor Ken Satoh vom National Institute of Informatics, Japan, vor. Er informiert darüber, wer sie entwickelte, wie man sie anwendet und welche Vorteile sie mit sich bringen. Neben den Professoren Ken Sato und Randy Goebel gestalteten folgende Referenten den Workshop: Professor Dr. Yshinobu Kano, Shizuoka University, Japan, Colin Lachance, Jurisage, Kanada, Dr. Juliano Rabelo, University of Alberta & Jurisage, Kanada und Professor Dr. Masaharu Yoshioka, Hokkaido University, Japan.

Zum Programm der Summer School gehörten auch Ausflüge in die Region sowie nach Baden-Württemberg. Die Teilnehmer besuchten etwa das Weltkulturerbe Völklinger Hütte, das Erlebnisbergwerk Velsen und das Bundesverfassungsgericht Karlsruhe.

Die diesjährige Summer School zeigte einmal mehr, wie effektiv interdisziplinäre Diskussionen die Forschung vorantreiben.
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